Lipödem

In unserer Lipödemsprechstunde bieten wir Ihnen ein persönliches Beratungsgespräch an. Dabei lernen Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt bereits im Vorfeld kennen. Gemeinsam finden wir das für Sie passende Behandlungsverfahren, individuell abgestimmt auf Ihre Situation. Wir informieren Sie ausführlich über die verschiedenen etablierten Methoden und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um die Behandlung gerne zur Seite.

Was ist ein Lipödem?

  • Angeborene Fettverteilungsstörung

  • Genetischen Disposition, 60% genetische Komponente mit familiärer Häufung

  • Hormonabhängig (z.B. in Phase hormoneller Veränderungen Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium)

  • Symmetrisch; Fußrücken / Hände schlank und frei von Lipödem

  • Fett nicht zu beeinflussbar (z.B. Lifestyle oder Diät)

  • Gang Abnormität oder Gelenkbeschwerden

  • Ermüdung oder psychosoziale Belastung

  • Adipositas vergesellschaftet

Symptome des Lipödems

  • Fettverteilungsstörung mit deutlicher Disproportion zwischen Stamm und Extremitäten

  • Neigung zu blauen Flecken

  • Druckschmerz

  • Stechender Schmerz

  • Schwere Beine

  • Deutliche Kalibersprünge

  • Spannungsgefühl

Stadien des Lipödems

Stadien des Lipödems

Stadium I „Orangenhaut“- feinknotige Hautoberfläche; Stadium II „Matratzenhaut“ - grobknotige Hautoberfläche mit größeren Dellen; Stadium III Grobe, deformierende Fettlappen (v.l.n.r.)

Therapiemöglichkeiten

Konservative Therapiemöglichkeiten

Konservative Therapiemöglichkeiten beim Lipödem zielen darauf ab, Beschwerden zu lindern, die jedoch die Ursache nicht verändert. Hier stellt die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie derzeit die wichtigste Maßnahme dar. Sie wirkt gezielt auf die „Ödem“-Komponente des Lipödems und hat zum Ziel, den häufig auftretenden Druckschmerz in den betroffenen Extremitäten zu verringern.
Ergänzend zur KPE können begleitende Bewegungstherapien sowie gegebenenfalls eine Anpassung der Ernährung sinnvoll sein. Insbesondere zur Reduktion oder Prävention einer gleichzeitig bestehenden Adipositas, die sich negativ auf den Verlauf des Lipödems auswirken kann.

Komplexe physikalische Entstauungstherapie

  • Manuelle Lymphdrainage

  • Kompressionstherapie (komprimierende Wechselbandagen Kompressionsstrümpfe)

  • Hautpflege

  • Bewegungstherapie / Gewichtskontrolle

  • Aufklärung / Schulung / Selbstmanagement

Operative Therapiemöglichkeiten

Im Rahmen unserer spezialisierten Sprechstunde für Lipödem, Lymphödem und postbariatrische Chirurgie erfolgt zunächst eine ausführliche Erhebung Ihrer Krankengeschichte sowie eine körperliche Untersuchung.
Ergänzend wird eine Fotodokumentation zur Verlaufskontrolle angefertigt. Anschließend besprechen wir gemeinsam das weitere therapeutische Vorgehen und legen die individuell passende Behandlungsstrategie fest. Falls erforderlich, veranlassen wir zusätzliche Diagnostik, beispielsweise eine Lymphszintigraphie oder ein MRT. Für die Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse erstellen wir einen ausführlichen ärztlichen Bericht. Nach Entscheidung wird dann entweder ein zweiter Antrag verfasst oder die weitere Planung der Liposuktion vorgenommen.

Was erwartet Sie?

  • Stationärer Aufenthalt von 2–3 Tagen

  • Meist sind mehrere Eingriffe erforderlich, in der Regel 2 bis 4 Liposuktionen, um alle betroffenen Areale zu behandeln

  • Der Eingriff findet in Teil- oder Vollnarkose statt, abhängig von Ausdehnung und individuellem Befund

Der Eingriff

Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie wird Ihnen mehrere Liter einer Betäubungslösung in das Unterhautfettgewebe eingebracht, die sogenannte „wet technique“ erleichtert das spätere Ablösen der Fettzellen. Das krankhaft veränderte Unterhautfettgewebe wird lymphbahnschonend entfernt.

Arten der Fettabsaugung

Power-/Vibrations-assistierter Liposuktion (PAL):
Eine motorbetriebene, schwingende Kanüle saugt die Fettzellen gewebeschonend ab.

Wasserstrahl-assistierter Liposuktion (WAL):
Ein Wasserstrahl löst die Fettzellen schonend aus dem Gewebeverband, das Gemisch aus Fett und Flüssigkeit wird anschließend abgesaugt („Ausspülen“). Direkt nach dem Eingriff werden die behandelten Areale (Beine/Arme) im OP gewickelt, um Schwellungen zu minimieren.

Nach dem Eingriff

  • Die behandelten Areale (Beine/Arme) werden im OP gewickelt, um Schwellungen zu minimieren

  • Wenige Stunden nach dem Eingriff ist Aufstehen und selbstständiger Toilettengang in der Regel möglich

  • Ab dem 1. postoperativen Tag beginnt die Nachsorge mit dem Tragen von spezieller Kompressionskleidung und der Durchführung manueller Lymphdrainage

  • Die Kompressionskleidung sollte für mindestens 6 Wochen rund um die Uhr getragen werden (24 Stunden täglich)

  • Zwischen den einzelnen Liposuktionen wird ein Abstand von ca. 3 bis 6 Monaten eingehalten, um dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben

  • Nach Ablauf der initialen 6 Wochen wird die Kompressionstherapie in Kombination mit Lymphdrainage wie vor der Operation weitergeführt