Lymphödem

Bei einem Lymphödem kann das Lymphgefäßsystem die im Gewebe anfallende „lymphpflichtige Last“ nicht mehr ausreichend aufnehmen und dem Blutkreislauf zuführen. Die Ursache ist in der Regel eine angeborene oder erworbene Fehlfunktion des Lymphgefäßnetzwerks das im Verlauf neben dem Lymphstau zu einer schmerzhaften Gewebevermehrung und erhöhtem Entzündungsrisiko führt. Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, häufig als Folge der Behandlung von Krebserkrankungen, wie beispielsweise durch eine Lymphknotenentfernung oder durch eine Bestrahlung lymphknotenreicher Gebiete auf.

Symptome

  • Verdickung der Haut, Unterhaut und des Fettgewebes

  • Im weiteren Verlauf eine Verhärtung des Bindegewebes

  • Steigendes Risiko für Infektanfälligkeiten

  • Ausbildung von Wundrosen/Erysipelen aufgrund des gestörten Lymphabflusses

  • Positives Stemmer-Zeichen

  • Asymmetrie

  • Taubheitsgefühl

Positives Stemmer-Zeichen Positives Stemmer-Zeichen

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Normal normal

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Diagnostik eines Lymphödems

Für die Diagnostik eines Lymphödems sind eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte des Patienten und die körperliche Untersuchung zielführend. Andere Ursachen eines Ödems müssen ggf. auch durch weitere internistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. In der Regel sollte im Rahmen der Therapieplanung eine Darstellung der Blut und Lymphgefäße und des Lymphstaus erfolgen. Mit Hilfe verschiedener Bildgebungsverfahren können wir beurteilen wie weit Ihr Ödem fortgeschritten ist, ob und wo es noch funktionelle Lymphgefäße gibt und wo und wie ausgeprägt der Lymphstau / die Blockade ist. Dies ist essenziell, um ein maßgeschneidertes Therapiekonzept anbieten zu können. Welche Untersuchungen für Sie sinnvoll sind besprechen wir gerne persönlich.

Behandlung

Ziele der Lymphödemtherapie

  • Verbesserung des Lymphabflusses

  • Erweichung des verhärteten Bindegewebes

  • Reduktion der Bindegewebsvermehrung

  • Verbesserung der Funktionseinschränkungen der Gliedmaßen

  • Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität

Therapiemöglichkeiten

Es gibt je nach Grad des Lymphödems und Ursache neben der konservative und operative Techniken, die zu einer dauerhaften Reduktion des Ödems und zur Verbesserung der Lebensqualität führen können.

Konservative Therapiemöglichkeiten

Schon in frühen Stadien sollte zur Behandlung des Lymphödems, zunächst eine konservative Therapie gewählt werden, um Beschwerden vorzubeugen oder zu mindern. Hier stellt die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie derzeit die wichtigste Maßnahme dar. Sie wirkt gezielt auf die „Ödem“-Komponente des Lipödems und hat zum Ziel, den häufig auftretenden Druckschmerz in den betroffenen Extremitäten zu verringern. Ergänzend zur KPE können begleitende Bewegungstherapien sowie gegebenenfalls eine Anpassung der  Ernährung sinnvoll sein. Insbesondere zur Reduktion oder Prävention einer gleichzeitig bestehenden Adipositas, die sich negativ auf den Verlauf des Lipödems auswirken kann.

Komplexe physikalische Entstauungstherapie

  • Manuelle Lymphdrainage

  • Kompressionstherapie (komprimierende Wechselbandagen Kompressionsstrümpfe)

  • Hautpflege

  • Bewegungstherapie / Gewichtskontrolle

  • Aufklärung / Schulung / Selbstmanagement

Operative Therapiemöglichkeiten

Die operative Therapie kann in zwei grundlegende Ansätze unterteilt werden: Rekonstruktive und Resezierende Verfahren.
Zur Behandlung eines Lymphödems eignen sich besonders rekonstruktive Verfahren zur Wiederherstellung eines regelrechten Lymphabflusses. Dies kann durch Lymphknotentransplantation oder durch die Schaffung neuer Abflussbahnen durch lymphovenöse Anastomosen LVA erreicht werden. Die rekonstruktiven Verfahren können bei fortgeschrittenen Lymphödemen durch resezierende Verfahren ergänzt werden. Die resezierenden Verfahren können chirurgisch oder durch eine Liposuktion erfolgen.

Lympho-venöse Anastomosen (Rekonstruktive Verfahren)

Bei dieser Operationstechnik werden Verbindungen von noch intakten Lymphgefäßen und ortsständigen Venen geschaffen, auch „Lymph-Bypässe“ oder „Shunts“ genannt. Dieses Verfahren eignet sich besonders zur Behandlung früher Stadien eines Lymphödems, wenn sich die Lymphgefäßwände noch intakt zeigen. Hierzu wird eine Fluoreszenzlymphografie durchgeführt. Findet man hierbei lediglich ein diffuses Verteilungsmuster und keine verwertbaren Lymphgefäße, kann eine Lymphknotentransplantation in Betracht gezogen werden.

Lymphknotentransplantation (Rekonstruktive Verfahren)

Hier werden Lymphknotenpakete als Weichgewebetransplantat aus einer gesunden Spenderregion, wie beispielsweise der Leiste, im Bereich der seitlichen Brustwand gehoben und im Bereich der Lymphabflussstörung wieder ans Gefäßsystem angeschlossen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Rekonstruktion des Lymphabflusses durch die Transplantation von lymphknotenreichen Teilen. Dadurch werden neue Lymphabflusswege und Lymphdrainagestationen geschaffen. Somit kann eine eine Verbesserung des Lymphabflusses und der Beschwerden des Lymphödems nach Einheilung des Transplantates erreicht werden kann.

Resezierenden Verfahren

Liposuktion und Entfernung von überschüssiger Haut

  • Stationärer Aufenthalt von 2–3 Tagen

  • Meist sind mehrere Eingriffe erforderlich, in der Regel 2 bis 4 Liposuktionen, um alle betroffenen Areale zu behandeln

  • Der Eingriff fi nder in Teil- oder Vollnarkose statt, abhängig von Ausdehnung und individuellem Befund

Nach der OP

Leider gibt es keine Garantie auf Verbesserung, eine Heilung des Lymphödems ist nicht möglich. Mit diesen modernen Verfahren haben Sie jedoch gute Chancen eine Verbesserung des Lymphabflusses zu erreichen und Ihre Beschwerden zu lindern. Ob Sie nach der OP ganz auf die konservative Therapie verzichten können hängt von vielen individuellen Faktoren ab.