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Vorhofflimmer-Zentrum des UKSH, Campus Lübeck, zertifiziert

Montag, 29. Juni 2020

Vorhofflimmern ist eine der Hauptursachen für einen Schlaganfall. Dank verschiedener Therapieoptionen kann diese häufigste und komplexeste Form einer Herzrhythmusstörung jedoch gut behandelt werden. Die Sektion Elektrophysiologie der Medizinischen Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ist nun von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert worden – als einziges in Norddeutschland. Die Auditorinnen und Auditoren hoben in ihrer Bewertung besonders die hervorragende Organisation und Struktur des Zentrums hervor. „Das ist ein schöner Erfolg für uns. Wir sind stolz, die Zertifizierung der Fachgesellschaft zu erhalten, die die ausgezeichnete Arbeit unseres Teams bestätigt“, sagt Sektionsleiter Prof. Roland Richard Tilz.

Bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern wird in der Regel jenes Gewebe mittels einer Katheterablation verödet, das die Störimpulse auslöst und dafür sorgt, dass das Herz zu schnell oder zu unregelmäßig schlägt. Eine dauerhaft gute Behandlungsqualität mit hoher Erfolgs- und geringer Komplikationsrate erfordert jedoch bestimmte personelle, technische und logistische Voraussetzungen. Das Zertifikat der Fachgesellschaft ist ein Qualitätssiegel für spezialisierte Zentren, die diese Standards erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel eine kontinuierlich hohe Zahl an Katheterablationen und die damit verbundene Erfahrung des behandelnden Teams. Im Vorhofflimmer-Zentrum des UKSH, Campus Lübeck, arbeiten 14 Ärztinnen und Ärzte, die rund tausend Katheter-Eingriffe pro Jahr durchführen, weit mehr als von der DGK gefordert. „Wir bieten jeder Patientin und jedem Patienten die Ablationsmethode an, die in ihrem individuellen Fall am besten geeignet ist – modernste Verfahren mit Kälte, Hitze oder Laserenergie sowie verschiedene hochauflösende, äußerst präzise Mapping-Systeme“, sagt Prof. Tilz.

Die Sektion Elektrophysiologie, Campus Lübeck, ist ein von der EHRA (European Heart Rhythm Association) anerkanntes Ausbildungszentrum für fortgeschrittene Elektrophysiologie mit Fokus auf der Katheterablation komplexer Herzrhythmusstörungen und Devicetherapie – und damit eines von drei EHRA-Trainingszentren in Deutschland. Die Sektion ist außerdem von der DGK für die Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie zertifiziert. Am Campus Kiel wurde die Abteilung für Elektrophysiologie und Rhythmologie der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin ebenfalls bereits mehrfach zertifiziert. Auch hier wird die Zertifizierung zum Vorhofflimmer-Zentrum angestrebt. 

In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen von Vorhofflimmern betroffen. Manche der Betroffenen bemerken die Störung gar nicht, andere erleben nur leichte und unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit. In schwereren Fällen treten Herzrasen, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auf. Bleibt die Störung unbehandelt, besteht das Risiko, dass sich Blutgerinnsel im Herzen bilden, die auf dem Weg durch den Körper Arterien verschließen können.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Medizinische Klinik II, Sektion Elektrophysiologie, Prof. Roland Richard Tilz, Tel.: 0451 500-44511, roland.tilz@uksh.de

PI_200626_Vorhofflimmer-Zentrum_des_UKSH_von_der_Deutschen_Gesellschaft_fuer_Kardiologie_zertifiziert

Prof. Roland Richard Tilz, Leiter der Sektion Elektrophysiologie der Medizinischen Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) des UKSH, Campus Lübeck

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