Systemische Therapie

Sind alle Untersuchungen und Befunde vollständig vorliegend, werden sie im interdisziplinären Sarkomboard (spezielle Tumorkonferenz) gemeinsam bewertet. Im Konsens aller beteiligten Expertinnen und Experten legen wir anschließend – basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und geltenden Leitlinien – den individuellen Therapiepfad fest.

Aus Daten von Metaanalysen, retrospektiven Auswertungen, Subgruppenanalysen sowie wenigen prospektiv-randomisierten Studien ergeben sich Hinweise auf einen Überlebensvorteil durch eine (neo-)adjuvante Chemotherapie von etwa 10–12 % – vor allem bei Hochrisikosarkomen (z. B. Tumorgröße > 5–10 cm, hoher Malignitätsgrad, tiefe Lokalisation, Extremitätensarkome). In diesen Situationen kommen – je nach individueller Konstellation – ausreichend dosierte Kombinationsschemata wie Doxorubicin/Ifosfamid oder Doxorubicin/Dacarbazin in Betracht.

Für Extremitäten- und oberflächliche Rumpfsarkome lässt sich das biologische Risiko häufig mithilfe des SARCULATOR-Nomogramms abschätzen: Sarculator-App/Webtool.

In einer palliativen Behandlungssituation können mit Substanzen wie Doxorubicin, Trabectedin, Pazopanib, Eribulin, Ifosfamid u. a. mittlere Überlebenszeiten von ca. 18–20 Monaten erreicht werden. Die Wirksamkeit kann dabei – abhängig von Histologie, Alter und Allgemeinzustand – deutlich variieren.