Mit Krebsprävention beschreibt man Maßnahmen zur Vermeidung und zur frühen Erkennung von Krebs.
Dabei werden drei Formen der Prävention unterschieden:
Primärprävention: Krebs verhindern, bevor er entsteht (durch einen gesunden Lebensstil)
Sekundärprävention: Krebs frühzeitig erkennen, sodass er möglichst gut behandelt werden kann
Tertiärprävention: Verhindern, dass Krebs nach einer überstandenen Erkrankung erneut auftritt (durch u.a. einen gesunden Lebensstil)
Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung (European Code Against Cancer, ECAC5)
Den Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung haben führende Krebsforscherinnen und -forscher aus ganz Europa auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Krebsprävention entwickelt und vierzehn Empfehlungen formuliert:

Rauchen:
Rauchen Sie nicht. Verzichten Sie auf jeglichen Konsum von Tabakprodukten oder E-Zigaretten. Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören.

Passivrauchen:
Vermeiden Sie Tabakrauch in Ihren Wohnräumen und in Ihrem Fahrzeug.

Übergewicht und Fettleibigkeit:
Ergreifen Sie Maßnahmen, um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden oder zu reduzieren:
- Essen Sie möglichst wenig Lebensmittel mit hohem Kalorien-, Zucker-, Fett- und Salzgehalt.
- Konsumieren Sie möglichst wenig Getränke mit hohem Zuckergehalt.
- Trinken Sie hauptsächlich Wasser und ungesüßte Getränke. Essen Sie möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel.

Bewegung:
Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag. Verbringen Sie möglichst wenig Zeit im Sitzen.

Ernährung:
Setzen Sie vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst auf Ihren täglichen Speiseplan. Essen Sie möglichst wenig rotes Fleisch und vermeiden Sie verarbeitetes Fleisch.

Alkohol:
Verzichten Sie auf alkoholische Getränke.

Stillen:
Stillen Sie Ihr Baby so lange wie möglich.

Sonneneinstrahlung:
Vermeiden Sie zu viel Sonnenstrahlung, insbesondere bei Kindern. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz. Gehen Sie nicht ins Solarium.

Risikofaktoren für Krebs am Arbeitsplatz:
Informieren Sie sich über Krebsrisikofaktoren bei der Arbeit und verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber, dass er Sie davor schützt. Befolgen Sie stets die Gesundheits- und Arbeitsschutzanweisungen an Ihrem Arbeitsplatz.

Radongas in Innenräumen:
Informieren Sie sich mithilfe einer lokalen Radonkarte über die Radonkonzentration in Ihrer Region. Lassen Sie die Werte in Ihrem Zuhause von Fachpersonen messen und gegebenenfalls senken.

Luftverschmutzung:
Reduzieren Sie aktiv die Belastung durch Luftverschmutzung
- Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad, anstatt das Auto zu nehmen.
- Suchen Sie sich verkehrsarme Strecken, wenn sie zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder draußen Sport treiben.
- Halten Sie Ihr Zuhause rauchfrei, indem Sie keine Brennstoffe wie Kohle oder Holz verheizen.
- Fördern Sie Maßnahmen für eine bessere Luftqualität.

Krebsauslösende Infektionen:
- Lassen Sie Mädchen und Jungen gegen das Hepatitis-B-Virus und das humane Papillomavirus (HPV) impfen, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
- Nehmen Sie an Tests auf und Behandlungen gegen Hepatitis-B- und -C-Viren, das humane Immunschwächevirus (HIV) und Helicobacter pylori teil, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.

Hormonersatztherapie:
Wenn Sie sich nach einer ausführlichen Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt für eine Hormonersatztherapie (gegen Wechseljahrsbeschwerden) entscheiden, sollten Sie die Anwendung auf einen möglichst kurzen Zeitraum beschränken.

Bestehende Krebsvorsorgeprogramme
Nehmen Sie an den in Ihrem Land empfohlenen bestehenden Krebsvorsorgeprogrammen für folgende Krebsarten teil:
- Darmkrebs
- Brustkrebs
- Gebärmutterhalskrebs
- Lungenkrebs

