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Sicherheit im Ohr – Klinik für Neuropädiatrie am Campus Kiel nimmt an Forschungsprojekt zur Pflege von Menschen mit Epilepsien teil

30.03.2016

Epileptische Anfälle sind zum Teil mit erheblichen Risiken verbunden. Sie können zu Unfällen mit schwerwiegenden Verletzungen führen. Deshalb ist es wichtig, epileptische Anfälle rechtzeitig und bestenfalls bereits im Voraus zu erkennen, damit entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können. Im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojektes „EPItect“ wollen Experten der Klinik für Neuropädiatrie des UKSH am Campus Kiel nun herausfinden, wie eine rechtzeitige Erkennung der Anfälle helfen kann, Sicherheitsmaß-nahmen für die Patienten zu ergreifen und die Therapie zu verbessern.

„Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines nicht-invasiven Sensorsystems, das epileptische Anfälle dokumentiert, überwacht und idealerweise voraussagen kann“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Stephani, Direktor der Klinik für Neuropädiatrie, Campus Kiel. Im Projekt werden dazu eigens neue Geräte zur Anfallsdetektion entwickelt. Der Sensor soll von den Patienten am Ohr getragen werden können, von wo aus die relevanten Biosignalmuster elektronisch erkannt werden. Über mobile Endgeräte werden die Daten ausgewertet und ausgewählten Personen zur Verfügung gestellt. So kann im Falle eines drohenden Anfalls auch das pflegende Umfeld ein-bezogen werden. „Eine genaue und fortlaufende Aufzeichnung von Anfällen kann uns darüber hinaus bei der individuellen Abstimmung der Therapie helfen“, sagt Prof. Stephani.

Das Projekt wird im Verbund zwischen der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik Dortmund, der Firma Cosinuss GmbH, dem DRK-Landesverband Schleswig-Holstein und der Klinik für Neuropädiatrie des UKSH durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit rund 2,2 Mio. Euro. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Im Teilvorhaben der Kieler Neuropädiatrie, das mit rund 300.000 Euro unterstützt wird, werden die von den Projektpartnern entwickelten technischen Geräte zur Früherkennung von Anfällen in der klinischen Anwendung getestet. Neben dem Einsatz und der Beurteilung während des Klinikaufenthalts sollen über die Klinik für Neuropädiatrie Pflegende und Pädagogen in die Evaluation einbezogen werden. Zudem soll die Alltagstauglichkeit auch im häuslichen Umfeld überprüft werden. Dabei arbeitet die Klinik eng mit dem Norddeutschen Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche (NEZ) des Deutschen Roten Kreuzes in Schwentinental-Raisdorf zusammen. Im NEZ werden vor allem Kinder und Jugendliche mit schwer verlaufenden Epilepsien betreut, für die die Entwicklung von Geräten für eine verlässliche Anfallserkennung besonders wichtig und hilfreich sein wird. Im Rahmen des Projektes werden beide Einrichtungen zusammen die Anwendung der Geräte bei Kindern und Jugendlichen untersuchen.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Neuropädiatrie, Prof. Dr. Ulrich Stephani
Tel.: 0431 597-1760, E-Mail: ulrich.stephani@uksh.de

 

 
Bilder zum Thema:
Bild 1
Prof. Dr. Ulrich Stephani, Direktor der Klinik für Neuropädiatrie, Campus Kiel.
Bild in Originalgröße hier
Bild 2
PD Dr. Sarah von Spiczak, Oberärztin an der Klinik für Neuropädiatrie, Campus Kiel
Bild in Originalgröße hier

Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708