Ein Leistungsschwerpunkt unserer Abteilung liegt ebenfalls in der Behandlung von Engstellen (Stenosen) und/oder Verschlüssen der Halsschlagader (Carotis). In den letzten 10 Jahren haben wir über 1480 Carotis-Operationen durchgeführt. In Deutschland erleiden jährlich 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Davon sind ca. 30.000 durch eine Einengung (Stenose) im Bereich der Halsschlagader verursacht. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter der Patienten an. In der Regel liegt die Verengung im Bereich der Aufgabelung der Halsschlagader. Häufigste Ursache ist die Verkalkung (Arteriosklerose) der Gefäßwand, wodurch es zunehmend zu einer Einengung des Gefäßdurchmessers kommt. Abhängig vom Grad der Verengung besteht ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus der Klinik für Neurologie und der Abteilung für Neuroradiologie können wir ihnen eine optimale Behandlung mit der höchsten Expertise prä- und postoperativ anbieten.
In Abhängigkeit der pathologischen Befunde der Halsschlagader sowie der Beschwerdesymptomatik und der Lokalisation bieten wir die offen chirurgische Therapie an. Hierbei erfolgt die Ausschälung der Engstelle (Thrombendarteriektomie, TEA) und die vollständige Rekonstruktion des Gefäßes. Der Verschluß des eröffneten Gefäßes erfolgt mittels einem Flicken (Patchplastik) oder aus körpereigener Vene. Als Alternative bieten wir abhängig von der Anatomie auch die Eversionsendarteriektomie an. Hierbei wird das Gefäß abgetrennt, gekürzt und wieder an das Ursprungsgefäß angeschlossen. Hierbei fällt der Einsatz einer Rekonstruktion mittels Patchplastik weg. Die Therapie ist bei pathologisch verlängerten Halsschlagadern oder Knickbildungen eine gute Möglichkeit, diese zu beseitigen.
Wenige Erkrankungen sind so gut wissenschaftlich untersucht worden, wie die Einengung der Halsschlagader (NASCET, ECST). Abgeleitet aus diesen Untersuchungen besteht eine signifikante Reduktion des Schlaganfallrisikos durch eine Operation ab einer Einengung von 60%. Den Leitlinien entsprechend werden in unserer Klinik Patienten mit einer Verengung der Halsschlagader ab 60 % auch ohne bestehende Symptomatik behandelt.