Bei Patientinnen und Patienten mit Fontan-Zirkulation ist die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (MRT) ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Nachsorge. Nach abgeschlossener Fontan-Operation empfehlen wir in der Regel eine MRT-Untersuchung alle fünf Jahre, im Erwachsenenalter in kürzeren Abständen von etwa drei Jahren. Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die weitere Betreuung optimal zu planen.
Das Untersuchungsprotokoll wird individuell auf die jeweilige Patientin bzw. den jeweiligen Patienten abgestimmt. Im Rahmen der MRT beurteilen wir unter anderem die Größe und Funktion der Herzkammer, die anatomischen Verhältnisse sowie den Fontan-Tunnel und die zugehörigen Gefäßverbindungen (Anastomosen). Darüber hinaus analysieren wir die hämodynamischen Verhältnisse, unter anderem mithilfe moderner 4D-Flow-Messungen, die eine detaillierte Darstellung der Blutflussverhältnisse ermöglichen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Untersuchung ist die Beurteilung der Struktur des Herzmuskels, um sowohl umschriebene als auch diffuse fibrotische Veränderungen (Narbenbildung) zu erkennen die langfristig eine Fehlfunktion der Herzkammer begünstigen können. Zusätzlich erfolgt eine Untersuchung der Leber, da es im Rahmen der Fontan-Zirkulation langfristig zu Veränderungen kommen kann. Hierzu setzen wir spezielle MRT-Techniken („Leber-Mapping“) ein.
Ergänzend eine Darstellung des Lymphgefäßsystems in statischer Form oder – bei spezieller Fragestellung – auch dynamisch.
Diese umfassende MRT-Diagnostik erlaubt eine ganzheitliche Beurteilung der Fontan-Zirkulation und unterstützt uns dabei, gemeinsam mit Ihnen eine individuell angepasste und vorausschauende Betreuung zu gewährleisten.
Darüber hinaus nehmen wir an der Studie FORCE (Fontan Outcome and Risk Characterization Evaluation) teil. Ziel dieser internationalen Studie ist es, den Langzeitverlauf von Patientinnen und Patienten mit Fontan-Zirkulation besser zu verstehen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie ein.


