Die septische Thoraxchirurgie dient der Beherrschung von Infektionen der Lunge und des Brustkorbes, die nicht konservativ zu behandeln sind.
Die häufigste Indikation ist die operative Behandlung einer Eiteransammlung im Pleuraspalt (Pleuraempyem). Dieses wird in den meisten Fällen durch eine Lungenentzündung verursacht. Die Therapie des Pleuraempyems ist abhängig vom Stadium der Erkrankung.
Naben einer entsprechenden antibiotischen Therapie ist im Anfangsstadium meist die Anlage eines Drainageschlauches in den Pleuraspalt ausreichend. Im Stadium II kann aufgrund von zunehmenden Septierung die Flüssigkeit nicht mehr mittels Drainage entlastet werden. Daher ist in der Regel eine Operation in Schlüssellochtechnik (VATS) notwendig, um den Pleuraspalt zu reinigen und zu spülen. Im Stadium III zeigende sich zunehmende Verschwartungen im Pleuraspalt. Die Operation ist hier teilweise sehr anspruchsvoll und kann häufig nur offen effektiv erfolgen. In letzter Zeit hat sich auch die Einlage von Unterdruckverbandsystemen (Vakuumschwämmen) bewährt. Auch wenn dadurch mehrere Eingriffe notwendig sind, kann die Therapie so durch minimalinvasive Technik erfolgen. In seltenen Fällen müssen Lungenteilentfernungen im Verlauf von schweren Lungenentzündungen mit Zerstörung des Lungengewebes oder ausgedehnten Lungenabzessen durchgeführt werden. Speziell bei immunsupprimierten Patienten kann sich auch eine lokalisierte Pilzinfektion zeigen, die thoraxchirurgisch saniert werden muss, wenn diese nicht auf die medikamentöse Therapie anspricht. Mitunter erfordern auch komplikative Verläufe einer Tuberkulose eine Operation.