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Motorkortexstimulation

Die Motorkortexstimulation beinhaltet das Einbringen von einer oder mehrerer Elektroden oberhalb der Gehirnoberfläche, welche für die Bewegung des schmerzhaften Körperteils verantwortlich ist. Dies kann entweder auf oder unter die Gehirnhaut (= Dura) erfolgen. Für diese sehr zielgerichtete Operation wird einige Tage vorher ein MRT des Kopfes angefertigt und bei der Operation mit der Position des Kopfes am Operationstisch in Übereinstimmung gebracht (sogenannte Neuronavigation). Auch hierfür muß der Kopf in einer Klemme fest fixiert werden, damit nicht durch Bewegung eine Verschiebung und somit eine Fehlplatzierung der Elektrode passiert. Ähnlich wie die  Tiefe Hirnstimulation wird auch diese Prozedur in örtlicher Betäubung und in Anwesenheit der Narkoseärzte vorgenommen. Die korrekte Lage der Elektroden wird während der Operation durch Teststimulationen und elektrische Ableitungen bestimmt. Ebenso wie bei der Tiefen Hirnstimulation wird die Motorkortexstimulation vom Patienten nicht direkt i. S. von Kribbeln oder Muskelzuckungen wahrgenommen. Die Testphase nach der Elektrodenanlage ist ähnlich und dauert ca. 2 Wochen mit der Austestung von unterschiedlichen Stimulationseinstellungen und ebenso einer Placebo- und Doppel-Blind-Stimulation. Der Verlauf der Schmerzstärke etc. wird vom Patienten in einem Tagebuch dokumentiert und nur bei signifikanter Schmerzlinderung der Impulsgeber in einer zweiten Operation (in Vollnarkose) unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Ist kein bedeutender Effekt mit Besserung des Schmerzes durch diese Methode zu erzielen werden die Elektroden in örtlicher Betäubung wieder entfernt.

Die Hauptanwendung findet diese Operation bei folgenden chronischen Schmerzsyndromen

  • Gesichtsschmerzen nach Schädigung oder Verletzung des Gesichtsnerven (= Nervus trigeminus), auch Trigeminus-Neuropathie genannt.
  • Gut lokalisierte Schmerzen nach Nervenverletzung (z. B. Verletzung des Armnervengeflechtes = Plexus brachialis; Komplexes regionales Schmerzsyndrom = CRPS etc.)
  • Phantom- oder Stumpf-Schmerzen nach Gliedmassenamputation, bevorzugt des Armes
  • Schmerzen nach Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Rückenmark, z. B. nach einem Schlaganfall als sogenannte „Zentrale Schmerzen“ (engl.: post-stroke-pain)
  • Schmerzen nach Wirbelsäulen-Operationen mit vorwiegend Rückenschmerzen (engl.: failed back surgery syndrome, FBSS)

 

Die Komplikationen dieser Methode sind gering, hauptsächlich werden Wundheilungsstörungen, Elektroden- oder Kabelbrüche und epileptische Anfälle infolge einer elektrischen Reizung des Gehirns beschrieben. Insgesamt ist aber von einem geringen Risiko unter 5 % auszugehen.