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Bandscheibenerkrankungen

Lumbale Bandscheibenvorfälle

In etwa 5% ist ein Bandscheibenvorfall Ursache für Rückenschmerzen oder den so genannten "Ischiaschmerz". Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbelkörpern und sorgen für die Beweglichkeit der Wirbelsäule und bilden einen Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln. Sie bestehen aus einem Faserring und einem weichen Kern (Nucleus pulposus). Altersbedingt verringert sich der Wassergehalt des Kerns, die Pufferfunktion lässt nach. Unter Belastung können kleine Einrisse im Faserring entstehen und Anteile des Kerns durch den Faserring austreten und möglicherweise auf Nervenstrukturen (Nervenwurzeln oder Rückenmark) drücken. Dies kann zu ausstrahlenden Schmerzen in den Arm oder das Bein und bei entsprechender Druckwirkung auch zu neurologischen Ausfällen (Gefühlsstörungen oder Lähmungen) führen. Bei ausstrahlenden Schmerzen spricht man von Zervikobrachialgien im Halswirbelbereich oder Lumboischialgien im Lendenwirbelsäulenbereich. Man spricht bei geringen Vorwölbungen der Bandscheiben von einer Protrusion, bei weiter ausgetretenem Bandscheibenmaterial von einem Prolaps und bei Bandscheibengewebe, das nicht mehr mit dem Zwischenwirbelraum verbunden ist, von einem Sequester.

In den meisten Fällen sind bandscheibenbedingte Beschwerden unter einer konservativen Therapie innerhalb von 6-8 Wochen rückläufig. Die konservative Therapie beinhaltet neben körperlicher Schonung und der Einnahme von Schmerzmedikamenten das ganze Spektrum der Krankengymnastik und der physikalischen Therapie. Kommt es unter einer konservativen Therapie zu keiner Besserung der Beschwerden oder sind Lähmungen im Bereich der Beine aufgetreten, so sollte mit dem Patienten ein operativer Eingriff besprochen werden. In seltenen Fällen kommt es durch große Bandscheibenvorfällen zu einer hochgradigen Lähmung der Beinmuskulatur oder auch zu Störungen der Blasen - und Mastdarmfunktion, in diesen Fällen sollte eine Operation sofort (wenn möglich am selben Tage) durchgeführt werden. Um einen Bandscheibenvorfall diagnostisch zu sichern, sollten neben Röntgenaufnahmen eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes durchgeführt werden. Manchmal muß als zusätzliche Untersuchung eine Kontrastmitteldarstellung der Nervenwurzeln (Myelographie) angefertigt werden.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Da es sich bei der überwiegenden Anzahl von Schmerzepisoden um ein vorübergehendes Ereignis handelt, bedarf es nur einer symptomatischen Therapie (Schmerzmittel, Krankengymnastik, Massage, Fango, Akupunktur etc.); diese sollte aber rasch und möglichst zielgerichtet sein, um die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses zu vermeiden.

Sollten diese Verfahren zu keinem anhaltendem Therapieerfolg führen, sind invasivere Verfahren indiziert. Das lokale Umspritzen der gereizten Nervenwurzel (PRT= periradikuläre Therapie) kann in diesen Fällen hilfreich sein.

Wenn auch dieses Verfahren versagt, kann eine Operationsindikation erwogen werden. Hierzu muss vorher in einem neuroradiologischem Verfahren wie der Computertomographie oder besser der Kernspintomographie ein entsprechender Bandscheibenvorfall nachgewiesen sein und die klinische Symptomatik damit korreliert werden können.

In den Wirbelsäulensprechstunden der Neurochirurgischen Klinik kann beispielsweise eine Beratung über die weitere Therapie ausführlich besprochen werden. Eine eindeutige Indikation zu einer Operation besteht, wenn stärkere Lähmungen oder Gefühlsstörungen durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden oder wenn sich heftige Schmerzen durch ausreichende konservative Therapiemaßnahmen nicht in den Griff bringen lassen.

Hier bietet sich zum einen das Standardverfahren der mikrochirurgischen Entfernung des Bandscheibenvorfalls an, bei dem heutzutage über einen 2-3 cm langen Hautschnitt, mit Hilfe des Mikroskops, das ausgetretene Bandscheibengewebe unter maximaler Schonung der umgebenden Muskeln oder Gelenke entfernt wird. Daneben werden immer häufiger endoskopische Verfahren angewandt, bei dem das Gewebstrauma nochmals reduziert wird und durch Zugänge von der Seite, auch die vorübergehenden postoperativen Rückenschmerzen minimiert werden.

Die endoskopische Bandscheibenentfernung wird zunächst unter Röntgenkontrolle zur exakten Positionierung des Endoskops und danach unter zu Hilfenahme eines an das Endoskop angeschlossenen Kamerasystems durchgeführt.

Der Vorteil dieses Verfahrens, welches nicht für jeden Bandscheibenvorfall in Frage kommt, liegt in dem geringeren Gewebetrauma und damit der schnelleren postoperativen Erholung, sodass die Patienten häufig schon nach 3-5 Tagen die Klinik verlassen können.