Untersuchungsverfahren

Zytogenetik: Chromosomenanalyse mittels R-Bänderung und G-Bänderung

Die Chromosomenanalyse beruht auf der Untersuchung von Chromosomen im Metaphase-Stadium der Zellteilung und ist daher auf das Vorhandensein sich teilender Zellen angewiesen. Die Chromosomenanalyse ist eine ungerichtete Methode, die einen Überblick über numerische Veränderungen (Aneupiloiden) und strukturelle Veränderungen (Deletionen, Duplikationen und Inversionen sowie Translokationen) der Chromosomen bei Patienten mit malignen Neoplasien erlaubt. Die Chromosomenanalyse wird an Proben aus Knochenmark, peripheren Blut, Aszites, Pleurapunktat, Lymphknoten und anderem Tumorgewebe durchgeführt.

Chromosomen gefärbt mittels der R-Bänderungstechnik

Zytogenetik_Abb1 Abb. 1: Chromosomen gefärbt mittels der R-Bänderungstechnik: 46,XY

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Zytogenetik_Abb2 Abb. 2: Chromosomen gefärbt mittels der R-Bänderungstechnik: Komplex aberranter hyperdiploider Klon einer Tumorzelllinie

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Molekularzytogenetik: Interphase und Metaphase FISH-Untersuchungen

FISH basiert auf der Verwendung von Fluoreszenz-markierten DNA-Sonden, die komplementäre DNA-Sequenzen in Metaphase- und Interphase-Zellen des Genoms darstellen können und somit spezifische genomische Sequenzen gezielt nachweisen. Für FISH verwenden wir spezifische DNA-Sonden, die es ermöglichen, wiederkehrende strukturelle Veränderungen (Bruchpunkte, Translokationen, Amplifikationen, Deletionen) und numerische Veränderungen (Aneuploidien) der untersuchten Gen-Loci zu erfassen.

Das Tumorzytogenomik-Labor verfügt über kommerziell erhältliche FISH-Sonden für die häufigsten Fragenstellungen in der Routine-Tumordiagnostik. Darüber hinaus verfügt das Labor über eine große Kollektion von selbsthergestellten und validierten FISH-Sonden, die uns erlauben das Spektrum der Fragestellungen in der Routine-Tumordiagnostik zu komplettieren. Des Weiteren hat unser Tumorzytogenomik Labor eine langjährige Expertise in der FISH-Diagnostik an Paraffin-eingebetteten Gewebeschnitten hämatologischer Neoplasien, belegt durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen.

FISH-Untersuchung

Molekularzytogenetik_Abb1 Abb. 1: FISH-Untersuchung: Die Hybridisierung mit den spezifischen Sonden für die Chromosomen 13q (grüne Markierung) und 21q (rote Markierung) zeigt eine (partielle) Deletion 21 (Verlust eines roten Signals).

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Molekularzytogenetik_Abb2 Abb. 2: FISH-Untersuchung: Die Hybridisierung mit den spezifischen Sonden für die IGH- (grüne Markierung) und BCL2-Genorte (rote Markierung) zeigt drei Fusionssignale und zwei rote bzw. zwei grüne Signale getrennt. Diese Signalkonstellation weist auf die Präsenz einer Translokation t(14;18)(q32;q21) bzw. IGH-BCL2-Fusion mit zusätzlichen Kopien der untersuchten Genorte hin.

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Molekulargenetik: Mutationsanalyse

Die molekulargenetischen Analyseverfahren unseres Labors umfassen diverse PCR-basierte Methoden (z.B. FLT3-, NPM1- und MYD88-Mutationsanalysen) und verschiedene Sequenzierungstechniken wie die klassische Sanger-Sequenzierung und das moderne Next Generation Sequencing (NGS) zur Untersuchung von Einzelgenen oder Gen-Panels. Die NGS-Technologie ermöglicht eine Tiefensequenzierung, die insbesondere bei gering infiltrierten Proben und Remissionskontrollen große Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren bietet.